Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind gewaltig. Wir können sie nur gemeinsam bewältigen. Deshalb müssen wir lernen, uns all die Schwierigkeiten, Ungerechtigkeiten und wirtschaftlichen Zwänge zu vergegenwärtigen, die uns noch daran hindern, uns weltweit zueinander als – ökologisch refektierende – Mitmenschen zu verhalten.

Das bedeutet auch, dem verständlichen Bedürfnis entgegen zu wirken, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen. Vergangenes Unrecht wirkt in den falschen Bildern fort, die wir uns voneinander machen, und die uns hindern, uns als gleichwertige Mitmenschen zu sehen, die einander brauchen.  Verdrängung, Gleichgültigkeit und Vergessen schenken nur ein sehr flüchliges Glück. Letztlich verhindern sie die Entwicklung eigener Zukunftsfähigkeit.

Colour the Future / Mustere die Zukunft

Wir begannen, Menschen zu werden, nachdem wir die Fähigkeit entwickelten, drei  Farben zu unterscheiden. So ließen sich Früchte sehr viel besser erkennen, die mehr Energie spendeten als es Blätter vermochten. So wurde es zum Vorteil, sich merken konnten, zu welcher Zeit es wo genug Früchte gab.   Zugleich emanziperten sich unsere Vorderfüße zu Sammelwerkzeuge und konnten am Ende auch selbst Werkzeuge herstellen mit denen man noch besser an Früchten kam und schließlich auch Tiere erlegen konnte.

An den geernteten Früchten erkannte man nun auch die Qualität des  Bedenkens und Vorausschauens. Und als so viel geerntet und gejagd werden konnten, dass dies den Bestand gefährdete, lehrte diese Erfahruung, den Wert  sozialer Regeln zu erkennen, deren Beachtung eine neue Qualität Voraussicht schuf.

Aus Merkvermögen, Voraussicht und für mehr  Handlungsfreiheit sorgende Energiezufuhr entstand unseren aufrechter Gang.  Einen großen Sprung in der Entwicklung des voraus blickendes Bedenkens machten die werdenden Menschen, als wir lernten, Nahrung selbst anzubauen und Vieh zu halten – und beides zu züchten. Das aber versetzte die einen in die Lage, bald auch andere Menschen zu halten, die sich für sie krumm zu machen hatten.

Und als solche können wir immerhin noch die Freiheit von der Notwendigkeit genießen, uns für die Voraussetzungen und Folgen des eigenen Tuns rechtfertigen zu müssen. Und nun? Nun haben wir uns in aller einkaufparadiesischen Unschuld Menschheitsprobleme geschaffen, die nach neuen Regeln des weltweiten Zusammenwirkens verlangen. Die uns die Freiheit bringen, uns gegenseitig – in aller Freundschaft – zum mitmenschlichen und ökologisch nachhaltigen Weltwirtschaften zu nötigen.

Der Blick auf die bornierten Rechtfertigungsmuster (oder deren vollkommendes Ausbleiben) in den Zeiten des Kolonialismus mag dazu anspornen. Die unserer At gerecht werdende Haltung ist, für das eigene Tun gerade zu stehen.