In Ghana ist die Armutsspirale im Fischereiwesen am weitesten fortgeschritten und bedroht nun auch die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Ghana muss heute fast 200.000 t Fisch importieren, obwohl bereits 400.000t angelandet werden, von denen es allerdings wiederum 50.000 t exportiert (vornehmlich Tunfisch).

Das westafrikanische Land hatte einen von Europa unabhängigen Weg der Industrialisierung seiner Fischerei versucht. Doch nachdem die Weltbank im Gegenzug für die Vergabe von Krediten durchgesetzt hatte, dass Ghana die heimische Fischereiflotte nicht mehr mit Subventionen gegenüber ausländische Konkurrenz schützen darf, und den Betrieb der Fischereiflotte privatisieren musste, war das Ende der vormals stolzen Hochseefischerei Ghanas mit ihren mehr als 100 Industriebooten besiegelt.

Die erzwungene Privatisierung hatte zur Folge, dass die neuen koreanischen und chinesischen Besitzer der alten Trawler unter ghanaischer Flagge die ghanaischen Gewässer ausbeuten und auch vor der illegalen Plünderung der Gewässer vor den Küsten der Nachbarstaaten nicht zurück schrecken.

Die brutalen Fangmethoden der neuen Eigentümer lassen ökologische Wüsten zurück. Illegales Eindringen in die für Kleinfischer reservierten Zwölf-Meilen-Zonen gehört zur Routine dieser Fischpiraten und kann vom Strand aus beobachtet werden.

Der Fang dieser Schiffe gelangt  durch illegales Umladen auf legal operierende europäische Schiffe in die europäische Handelskette. Angezogen durch die steigendem und zahlungskräftige Nachfrage Europas nach Fisch und Fischmehl (für die Fischzucht und Viehfutter) .

Quelle: http://www.forum-ue.de/fileadmin/userupload/rundbriefe/201003.pdf