Aus einem Flyer von Pro Asyl

http://www.proasyl.de/fileadmin/fm-dam/q_PUBLIKATIONEN/Flyer_Libyen_web.pdf

Seit Jahren hofieren die EU und ihre Mitgliedstaaten Muammar al-Gaddafi, um den Fluchtweg nach Europa zu sperren. Die EU-Institutionen schauen weg, wenn Italien  tausendfach Völker- und EU-Recht verletzt und Bootsflüchtlinge gewaltsam nach Libyen zurück verfrachtet. Die Europaparlamentarier, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten wissen, dass in Libyen Schutzsuchende inhaftiert, misshandelt und gefoltert, Flüchtlingsfrauen vergewaltigt werden. Dennoch wird bis heute an der Kollaboration mit diesem Regime festgehalten. In zahlreichen EU-Dokumenten hat die Kooperation mit Libyen Top-Priorität. Die EU und ihre Mitgliedstaaten belieferndas Regime mit Waffen, Schiffen, Fahrzeugen, Leichensäcken, Geldern für Abschiebungsflüge und Haftanstalten und blenden die Menschenrechtsverletzungen aus.

24 Flüchtlingen, die im Mai 2009 durch die italienische Küstenwache von Italien nach Libyen verschlepptwurden, gelang es, Klage am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu erheben. Der prozess wird finanziellund politisch von PRO ASYL unterstützt.  Es geht um die Freiheit von Menschen, die im Namen Europas in libyschen Lagern eingesperrt, gefoltert und vergewaltigt werden. Und es geht darum, die weltweite Gültigkeit der Menschenrechte zu verteidigen.

Helft uns!“ – Bericht auseinem libyschen Gefängnis.

„…Der herbe Geruch, der aus der Zelle schlägt, brennt in meinen Nasenhöhlen… Der Blick öffnet sich auf zwei Räume von drei mal vier Metern. Ich begegne den Blicken von etwa dreißig Personen. Übereinander gepfercht. …Auf die Mauern hat jemand Guantanamo geschrieben.
Aber wir sind nicht in der amerikanischen Basis. Wir sind in Zlitan, in Libyen. Und die Häftlinge sind keine mutmaßlichen Terroristen, sondern Migranten, die südlich von Lampedusa verhaftet wurden und die man in teils von Italien und der Europäischen Union finanzierten, baufälligen Haftanstalten verkommen lässt. …Einige erheben die Stimme: “Helft uns!” Ein Junge streckt die Hand über die erste Reihe hinaus und reicht mir ein Stückchen Karton.
Eine Telefonnummer steht darauf. …Ich stecke es ein, bevor die Polizei etwas davon merkt. Der Junge heißt Outhman. Er bittet mich, seiner Mutter zu sagen, dass er noch lebe…“

(Quelle: Gabriele del Grande auf http://www.fortresseurope.blogspot.com/)

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