Am 4.12.  hatten die Veranstalter der „Fragen zur Ausstellung …“  einen Betriebsausflug ins Podewil unternommen. Für Menschen ab 12 Jahre gab des as Grips-Stück „SOS for Human Rights“ zum gleichnamigen Appell.
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Die junge Ghaneserin Naisha und ihre Coisne Jamila haben auf dem Weg nach Europa Schiffbruch erlitten. Mit letzter Kraft retten sie sich auf einer floßartigen Plattform mitten im Meer.  Dort hält Kerim, ein Junge aus Afghanistan die Stellung: „Willkommen in Europa! Nein, noch nicht ganz. Aber in Sichtweite“.  In Rückblenden erzählen die Drei ihre Fluchtgeschichte. Es sind Geschichten des Hoffens und Scheiterns, der Konfrontation mit Illusionen und Realitätssinn, Kampfgeist, persönlichen Opfern und Abgründen. Sie erfahren Ausbeutung und Solidarität.

Jamila wurde mit einem Teil ihrer seit Jahren in Potsdam lebenden Familie nach Ghana abgeschoben, wo ihre Cousine Naisha nur auf eine Gelegenheit wartet, Armut und Perspektivlosigkeit zu entkommen. Gemeinsam beschließen sie, die Reise nach Deutschland anzutreten; Jamila, damit sie wieder mit ihrer Familie und ihren Freunden vereint ist, Naisha, damit sie sich dort ihren Wünschen und Fähigkeiten entsprechend verwirklichen kann.

In atemberaubendem Tempo wechseln die Szenen und Perspektiven. Herzhaftes Lachen, etwa über eine „typisch Berliner“ Touristin, der die Flüchtlinge – zur Freude des Händlers, von dem sie Unterstützung erhoffen –  Andenkenware  zu einem stolzen Preis „andrehen“, wechseln mit verzweifelt-zorniger Trauer über die Ungeheuerlichkeit des Geschehens und ihrer weitgehenden Nicht-Wahrnehmung.  Die Geschichten sind die Geschichten vieler Personen,  die zu einer bzw. dreien verdichtet wurde.  Am Ende schneidet sich die Information die Seelen Zuschauenden: In Wirklichkeit gab es keine Rettung. Die Plattform war nur so eine Idee der Kampagne  SOS for Human Rights.

Wie nach jeder Vorstellung gab es danach Raum zur Diskussion mit dem Regisseur Philipp Harpain, einer Vertreterin der Kampagne und den drei Schauspieler/innen Veronica Naujoks (Jamila), Dalila Abdallah (Naischa) und Adil El Bouamraoui (Kerim) .  Neben viel (berechtigten!) Lob über das furiose und die Herzen von Jung und Alt bewegende Spiel kam immer wieder auch die Rede auf  die dargestellte Wirklichkeit. „Was geschehe, wenn wir die Grezen einfach öffnen würden“, wollte ein älterer Herr wissen. „Eine gute Frage! Schließlich muss man auch die Ängtse vieler Europäer ernst nehmen, die um ihre Existenzmöglichkeiten fürchten“, hieß es und: „Vermutlich werden allerdings sehr viel weniger kommen, als viele denken. Was ohne Bedenken sofort gemacht werden könnte, und sollte, wären Quoten und gezielte Hilfen für die, die hierher kommen.

Harpain warf ein:

Die vielen Illegalen, die in Spanien und Süditalien die Ernten des europäischen Wintergemüses besorgen (im Stück war von ihnen die Rede), könnten sofort legalisiert werden. Es müssten legale Abeitsrverträge für afrikanische Saisonarbeiter geschlossen werden mit einem Mindestlohn und der Garantie eines Mindestmaßes an menschlicher Unterbringung.

Und weiter:

In der Hoffnung, im nächsten Jahr wiederkommen zu kommen,würden dann wohl  die weitaus meisten die Heimreise nach Saisonschluss einer Existenz als Illegale im kalten Europa vorziehen.

Das würde auch dem Umstand entgegen wirken, dass das zu sehr unfairen Bedingungen erzeugte „Plastikplanengemüse“ Südeuropas  die Afrikanische Märkte überschwemmt und die Existenz dortiger Kleinbauern zerstört. Harpin sprach davon, dass er viele solcher „Feinheiten“  noch gern in das Stück hätte unterbringen wollen, es sich dann bei den Testspielen in Schulen gezeigt hatte, dass die Aufmerksamkeit des jungen Publikums eine Obergrenze an Informationen zulässt.

Einiges ist dann doch im Materialheft mit Unterrichtsmaterialien, die das Thema anhand des Stücks aufbereiten, zu lesen. Dieses Material kann als Vor- oder Nachbereitung des Stückes sowie gänzlich unabhängig davon verwendet werden.

Mehr Infos zur theaterpädagogischen Belgleitung erhalten Sie unter 030 39747444.
HIER kann das Materialheft zu SOS for Human Rights auch kostenlos herunterladen werden!

Das GRIPS Theater kann auch – zum Beispiel in eine Schule oder jugendeinrichtung – eingeladen werden.

Einladung des Theaterstücks, Infos zu Inhalt und Kampagne unter:

Julia Gaßner 

Tourorganisation und -begleitung

sos(at)grips-theater.de

Tel: 030-24749783

Fax: 030-24749776

Lucie Haardt 

Pressearbeit und Tourorganisation

info(at)sos-for-human-rights.eu

Tel: 030-24749783

Fax: 030-24749776

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